Deutschland hat eine neue Familienministerin: Kristina Köhler, 32 jahre jung,  unverheiratet und keine Kinder. Während andere Mädchen mit 12 von Pferden träumten, schwärmte sie schon für Helmut Kohl. Wie einst die Kanzlerin Angelika Merkel, die von 1991–1994 das Ministerium für Frauen und Jugend führte, wird auch für Frau Köhler dieses Ministerium vermutlich nur ein Schritt in der Karriereleiter sein.  Ursula von der Layen ist die Gewinnerin im Machtpoker um einflussreiche Ressorts. Sie fühlt sich jetzt zu Höherem berufen.
Bei den Koalitionsverhandlungen hatte sie sich als gelernte Medizinerin darauf eingestellt das Gesundheitsressort zu übernehmen, wollte Chefärztin der Republik werden. Als sich abzeichnete, dass der Traum nicht in Erfüllung geht, bot sie sich noch für einen Job in Brüssel an. Jetzt wechselt sie an die Spitze des Arbeits- und Sozialressorts, das über den größten Einzeletat des Bundeshaushalts verfügt. Hier warten große Aufgaben auf sie. Vor allem ist Beschönigen gefragt und bereits am Dienstag wird sie beweisen können, dass sie das in ihrem alten Ministerium zur Genüge gelernt hat: Sie muss am Dienstag die gestiegenen Arbeitslosenzahlen vom November kommentieren. Anzulasten ist die hohe Arbeitslosigkeit der designierten Ministerin gewiss nicht. Sie wird es aber verstehen ihre Politik als eine Geschichte des Erfolges zu verkaufen. Schaffte sie es doch bereits in ihrem letzten Amt beispielsweise Kindergelderhöhungen als Beitrag im Kampf gegen die Kinderarmut dar zu stellen, wohlwissend, dass Kindergeld bei den Familien und Alleinerziehenden, die dringend auf solche Unterstützungen angewiesen wären, gar nicht ankommen kann. Der Kinderbonus in Höhe von 100 Euro im Rahmen des Koinjunkturpaketes wurde bei Alleinerziehenden unter von der Leyen zu einem Bonus von 50 Euro für Barunterhaltspflichtige umfunktioniert und der ominöse Kinderzuschlag, der Bedürftige aus dem Leistungsbezug von Hartz IV herausholen sollte, konnte Alleinerziehenden nicht gewährt werden, weil die Unterhaltszahlungen an die Kinder als deren Einkommen angerechnet wurden. Frau von der Leyen hat bewiesen, dass sie Mogelpackungen perfekt inzszenieren und pressewirksam darstellen kann.
Zumindest Alleinerziehende, die überdurchschnittlich häufig auf staatlche Tranferleistungen aus ihrem neuen Ressourt angewiesen sind, werden also kaum auf eine Unterstützung durch die ewig lächelnde CDU Politikerin hoffen können. Für Alleinerziehende wird alles beim Alten bleiben.
Familienministerin von der Leyen wird Alleinerziehenden erhalten bleiben. Ihre Kinder sind zu bedauern, Machtpoker und Vereinbarkeit mit Familie sind auf jeden Fall nicht miteinander kompatibel!
Comment von Frauke71 — 29. November 2009 @ 15:17
Eine Familienministerin ohne Kinder, dazu unverheiratet, was wollen wir mit so einer unerfahrenen Frau?
Comment von Jule — 29. November 2009 @ 17:33